Arturo Fuente und Meerapfel trennen sich – das Ende einer großen Partnerschaft

Über Jahrzehnte waren Arturo Fuente und die Familie Meerapfel eng miteinander verbunden. Ein zentraler Baustein dieser Partnerschaft war „Arturo Fuente International“, das von Meerapfel geführt wurde und den Vertrieb von Fuente in Europa, Asien und vielen weiteren Märkten verantwortete. Die Distribution für den US-Markt übernimmt traditionell J.C. Newman.

Neben dieser Rolle im Vertrieb belieferte Meerapfel Arturo Fuente auch mit den begehrten Cameroon-Deckblättern – ein unverzichtbares Element vieler Linien wie Hemingway oder Don Carlos. Gleichzeitig entwickelte sich Meerapfel in den vergangenen Jahren selbst weiter und positionierte sich mit eigenen, extrem exklusiven Premiumserien, die weltweit für Aufsehen sorgen.

Nun ist diese Verbindung wohl Geschichte.

Fuente verkündet das Ende des Vertriebsabkommens

Arturo Fuente teilte seinen internationalen Vertriebspartnern in einem Schreiben mit, dass die bisherige Struktur geändert werde. Man sprach von einer „termination of the distribution agreement with Meerapfel“ und kündigte an, den internationalen Vertrieb künftig über „Fuente Marketing Ltd.“ abzuwickeln. Für diese Aufgabe präsentierte Fuente keinen Geringeren als José Blanco. Auffällig: In diesem Schreiben war ausschließlich von der Beendigung des Vertriebsabkommens die Rede – nicht von anderen Bereichen der Zusammenarbeit.

Meerapfel spricht Klartext

Kurz darauf reagierte Meerapfel mit einem eigenen Statement. Darin klang die Botschaft ungleich deutlicher:

„Unfortunately, Fuente & Meerapfel have ceased trading together. We are disappointed and saddened by this, and it brings an important chapter in our esteemed history to a close.“

Zudem betonte Jeremiah Meerapfel, wie viel Leidenschaft und Engagement die Familie über Jahrzehnte in die Markenpflege gesteckt habe:

„For decades, our family has poured investment into our distribution business with a significant emphasis on the Arturo Fuente brands. Indeed our investment has gone well beyond the financial; committing our time, knowledge and passion to building the Arturo Fuente brands.“

Damit wird klar: Während Fuente von einem Ende des Vertriebsvertrags spricht, deutet Meerapfel an, dass die gesamte Geschäftsbeziehung – inklusive der Tabaklieferungen – beendet sein könnte.

Was bedeutet das für die Cameroon-Deckblätter?

Genau dieser Punkt macht die Situation so brisant. Die wertvollen Cameroon-Deckblätter von Meerapfel sind nicht einfach austauschbar. Sie prägen den Charakter vieler Zigarren, die wir Aficionados lieben. Sollte es tatsächlich zu einem endgültigen Bruch kommen, könnte dies langfristig Auswirkungen auf Zigarrenlinien wie Don Carlos oder Hemingway haben.

Keine unmittelbaren Änderungen – noch nicht

Aktuell besteht allerdings kein Grund zur Sorge. Fuente verfügt über ausreichend Lagerbestände, um die Produktion für mehrere Jahre sicherzustellen. Kurzfristig werden wir also keine Veränderungen in den Zigarrenregalen bemerken. Mittel- und langfristig bleibt jedoch die Frage, ob Fuente dauerhaft auf andere Quellen zurückgreifen muss oder ob doch noch eine Lösung gefunden wird.

InterTabac 2025 ohne Arturo Fuente

Ein Hinweis, wie ernst es ist, zeigt sich auf der InterTabac 2025 in Dortmund. Normalerweise ist Arturo Fuente mit einem eigenen Messestand vertreten. In diesem Jahr blieb der Stand jedoch unbesetzt, und ein Schild erklärt:

„Due to unexpected circumstances beyond our control, we are unable to join you this year at InterTabac.“

Viele in der Zigarrenwelt sehen den leeren Fuente-Stand auf der InterTabac 2025 direkt neben dem Meerapfel-Bereich als deutliches Zeichen: Die Zusammenarbeit der beiden ist wirklich vorbei. Für uns als Aficionados ist das nicht nur ein optischer Eindruck – die Trennung hinterlässt schon jetzt spürbare Spuren.

Unser Bedauern und ein Wunsch

Für uns ist dieser Bruch ein trauriger Moment. Wir sind große Fans von Arturo Fuente und genauso auch von Meerapfel. Beide Familien stehen seit Generationen für Leidenschaft, Handwerk und Verlässlichkeit. Das konnten wir selber erfahren. Dass sie nun getrennte Wege gehen, bedeutet nicht nur eine geschäftliche Veränderung, sondern auch das Ende einer Ära in der Zigarrenwelt.

Und trotzdem bleibt bei uns die Hoffnung, dass nach etwas Abstand vielleicht doch wieder ein gemeinsamer Weg gefunden wird. Am liebsten würden wir beide Familien an einen Tisch setzen, eine gute Zigarre anzünden und einfach eine Friedenszigarre miteinander rauchen sehen. Denn die Geschichte, die sie zusammen geschrieben haben, ist eigentlich zu wertvoll, um sie so enden zu lassen.