Belgien versteckt den Tabak – zieht Europa nach?

In Belgien wird es ernst: Wer Tabakwaren kaufen möchte, muss ab sofort gezielt danach fragen – einfach durch den Laden schlendern, sich inspirieren lassen, wie wir es kennen und schätzen, ist nicht mehr möglich. Seit April 2025 sind Zigarren und andere Tabakprodukte komplett aus dem Sichtfeld verschwunden. Für uns Aficionados bedeutet das: Umdenken.

Tabakwaren dürfen im Einzelhandel nicht mehr offen gezeigt werden. Verpackungen, Markenlogos, Werbeschilder – alles muss verschwinden. Stattdessen: Blickdichte Fenster, geschlossene Schränke, Vorhänge und neutrale Türen. Selbst begehbare Humidore bleiben tabu, wenn im Inneren Produkte sichtbar sind.

Statt im Regal zu stöbern, gibt es nun Listen, ohne Bilder, ohne Farbe, ohne Flair. Wer “seine” Zigarre sucht, muss den Namen kennen – etwas Neues entdecken wird schwierig.

Für den Fachhandel ist diese Neuregelung eine echte Herausforderung. Der Umbau kostet natürlich, spontane Käufe brechen weg, und das Zeigen hochwertiger Produkte entfällt. Was einst Teil des Einkaufserlebnisses war, wird nun zur organisatorischen Hürde. Und: Die Händler müssen die Kosten alleine tragen. Unterstützung durch Hersteller oder staatliche Stellen? Fehlanzeige.

Hinzu kommen strenge Strafen: Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss mit Bußgeldern ab 2.000 Euro rechnen – in schweren Fällen können es bis zu 800.000 Euro sein. Wiederholungstätern droht sogar die Schließung des Ladens.

Belgien ist nicht das erste Land mit einem solchen Vorgehen – doch es geht besonders konsequent vor. Die Niederlande und einige skandinavische Länder kennen ähnliche Regelungen. Die Frage liegt auf der Hand: Wird dieser Kurs zum Vorbild für andere EU-Staaten?

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