Sommerzeit ist Reisezeit, und für uns Zigarrenliebhaber heißt das auch: Wie kommen die Zigarren und unser Equipment eigentlich stressfrei durch die Flughafenkontrolle und über die Grenze? Wer schon mal an der Sicherheitskontrolle stand und sich gefragt hat, ob der Jet-Lighter jetzt einbehalten wird oder nicht, weiß, wie schnell aus einer entspannten Reise ein kleiner Stresstest werden kann. Zigarren reisen zu lassen ist grundsätzlich unkompliziert, aber bei Zubehör und Zoll gibt es ein paar Stolperfallen. Wir haben die wichtigsten Regeln zu TSA, Zoll und Reise-Humidor für dich zusammengetragen, damit du beim nächsten Trip genau weißt, was in den Koffer darf und was besser zu Hause bleibt.
Das Wichtigste zuerst
Zigarren selbst darfst du praktisch überall problemlos mitnehmen, egal ob im Hand- oder Aufgabegepäck. Beim Zubehör wird es enger: Torch-, Jet- oder Blue-Flame-Feuerzeuge sind sowohl im Hand- als auch im Aufgabegepäck komplett verboten, ein einfaches Einwegfeuerzeug mit weicher Flamme ist dagegen im Handgepäck erlaubt. Den Zigarrenschneider solltest du lieber ins Aufgabegepäck legen, denn im Zweifel entscheidet der Sicherheitsbeamte vor Ort, auch bei grundsätzlich erlaubten Gegenständen. Bei der Einreise nach Deutschland gilt eine Zollfreimenge von 200 Zigarren aus EU-Ländern und 50 Zigarren aus Nicht-EU-Ländern. Kubanische Zigarren sind in der EU völlig legal, dürfen aber aktuell in keiner Menge in die USA eingeführt werden.
Zigarren reisen lassen: Was grundsätzlich gilt
Die gute Nachricht zuerst: Für die Zigarren selbst gibt es kaum Einschränkungen, wenn du mit Zigarren reisen möchtest. Sie dürfen sowohl im Handgepäck als auch im Aufgabegepäck transportiert werden. Praktischer ist es meistens, sie im Handgepäck zu behalten, einfach weil du dann selbst kontrollieren kannst, wie sie temperiert und behandelt werden. Der Frachtraum ist während des Flugs oft kälter und trockener als die Kabine, das ist für die Zigarren nicht ideal. Wer eine größere Menge transportiert, etwa für eine Reisegruppe oder ein Event, kommt um das Aufgabegepäck aber meist nicht herum. In dem Fall lohnt sich ein luftdichter Reise-Humidor, dazu gleich mehr.
Der Zigarrenschneider: Aufgabegepäck ist die sicherere Wahl
Zigarrenschneider sind laut TSA grundsätzlich sowohl im Hand- als auch im Aufgabegepäck erlaubt. Trotzdem empfiehlt die TSA ausdrücklich, den Cutter ins Aufgabegepäck zu packen. Der Grund: Der Sicherheitsbeamte vor Ort hat immer das letzte Wort, auch bei Gegenständen, die offiziell erlaubt sind. Gerade bei zufälligen Zusatzkontrollen kann es passieren, dass ein Cutter trotzdem einbehalten wird, einfach weil er eine Klinge hat.
Unsere Empfehlung: Teure Cutter gehören ins Aufgabegepäck. Wenn du nur mit Handgepäck reist, nimm lieber einen günstigen Cutter mit, den du notfalls verschmerzen kannst, falls er doch konfisziert wird.
Feuerzeuge: Was erlaubt ist und was in der Praxis trotzdem passieren kann
Bei Feuerzeugen unterscheidet die TSA klar zwischen verschiedenen Typen:
| Feuerzeug-Typ | Handgepäck | Aufgabegepäck |
|---|---|---|
| Einweg- oder Feuerzeug mit weicher Flamme | Erlaubt, 1 Stück am Körper oder im Handgepäck | Nur in DOT-zugelassenem, luftdichtem Reisebehälter, maximal 2 Stück |
| Elektrisches Plasma-/Arc-Feuerzeug | Erlaubt, mit Schutz gegen versehentliches Einschalten | Nicht erlaubt |
| Torch-/Jet-Flame-/Blue-Flame-Feuerzeug | Verboten | Verboten |
| Benzinfeuerzeug (z. B. echte Zippo mit Benzin) | Verboten | Verboten |
| Leeres Feuerzeug ohne Treibstoff oder Rückstände | Offiziell erlaubt | Offiziell erlaubt |
| Nachfüllgas, Feuerzeugbenzin | Verboten | Verboten |
Offiziell sind leere Feuerzeuge in beiden Gepäckarten uneingeschränkt erlaubt. In der Praxis würden wir uns darauf aber nicht zu hundert Prozent verlassen. Wir haben selbst erlebt, dass auf dem Rückflug aus den USA auch komplett leere Feuerzeuge aus dem Gepäck genommen wurden, obwohl sie laut Regelwerk unproblematisch gewesen wären. Wie am Anfang schon gesagt: Der Beamte vor Ort entscheidet im Zweifel nach eigenem Ermessen, unabhängig davon, was auf dem Papier steht. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet auf besonders wertvolle Feuerzeuge im Gepäck und kauft sich vor Ort ein einfaches Ersatzfeuerzeug.
Streichhölzer
Ein kleines Heft oder eine Schachtel mit gewöhnlichen Sicherheitsstreichhölzern sind im Handgepäck erlaubt. Sogenannte “Strike-anywhere”-Streichhölzer, die sich an jeder rauen Oberfläche entzünden lassen, sind dagegen nicht erlaubt, weder im Hand- noch im Aufgabegepäck.
Falls etwas beanstandet wird
Wird ein verbotener Gegenstand entdeckt, wird er in der Regel einbehalten und ist damit erstmal weg. An manchen Flughäfen gibt es allerdings die Möglichkeit, die einbehaltene Gegenstände gegen Gebühr an deine Heimatadresse verschicken. Das kostet zwar mehr als der normale Versand und dauert oft mehrere Wochen, ist aber immer noch besser, als das gute Stück und ggf. 1000 Euro und mehr komplett zu verlieren. Es lohnt sich vorab, aber auch im akuten Fall direkt beim Sicherheitspersonal nachzufragen, ob es diese Möglichkeit an dem jeweiligen Flughafen gibt.
Zoll: Wie viele Zigarren darfst du einführen?
Neben der Sicherheitskontrolle gibt es noch eine zweite Hürde: den Zoll bei der Einreise. Für Deutschland gelten hier klare Reisefreimengen, die sich danach richten, ob du aus einem EU-Land oder einem Nicht-EU-Land einreist.
| Herkunft | Zollfreie Menge |
|---|---|
| Aus einem EU-Land | 200 Zigarren (alternativ z. B. 400 Zigarillos, 800 Zigaretten oder 1 kg Tabak, auch anteilig kombinierbar) |
| Aus einem Nicht-EU-Land (USA, Karibik, Schweiz etc.) | 50 Zigarren (alternativ z. B. 100 Zigarillos, 200 Zigaretten oder 250 g Tabak) |
Das betrifft also nicht nur exotische Reiseziele, sondern auch ganz klassische Aficionado-Trips in die Dominikanische Republik oder nach Nicaragua. Wer dort eine größere Menge Zigarren einkauft, sollte die Freimenge im Kopf behalten und im Zweifel den Kaufbeleg aufheben.
Werden die Freimengen überschritten, sind die Zigarren beim Zoll anzumelden. Es fallen dann Einfuhrabgaben an, die durchaus teuer sind. Aber noch teurer ist, erwischt zu werden und dann eine Strafe oder je nach Menge sogar ein Verfahren am Hals zu haben.
Wichtig bei Paaren und Gruppenreisen
Ein Punkt, der immer wieder für Verwirrung sorgt: Die Zollfreimenge gilt pro Person und ist nicht übertragbar, auch nicht innerhalb einer Familie oder unter Ehepartnern. Es reicht also nicht, wenn ein Ehepaar zusammen durch den Zoll geht und einer der beiden Koffer 100 Zigarren enthält, während der zweite Koffer leer ist. Rechtlich zählt das als eine Person mit einer Menge, die doppelt so hoch ist wie die eigene Freimenge. Wer zu zweit oder in einer Gruppe reist, sollte die Zigarren deshalb tatsächlich aufteilen, bei zwei Personen also jeweils die Hälfte in den eigenen Koffer packen, und im Zweifel auch getrennt durch die Zollkontrolle gehen, damit klar ist, wer welche Menge bei sich trägt.
Sonderfall kubanische Zigarren
Kubanische Zigarren nehmen eine Sonderstellung ein, weil die Regeln je nach Zielland sehr unterschiedlich sind.
In der EU, und damit auch in Deutschland, unterliegen kubanische Zigarren keinem Embargo. Sie gelten einfach wie jede andere Ware aus einem Drittland und fallen unter die normale Nicht-EU-Freimenge von 50 Zigarren pro Person.
In die USA ist die Lage deutlich strenger, und hier kursieren viele veraltete Informationen. Zwischenzeitlich, unter der Obama-Regierung, durften US-Reisende kubanische Zigarren sogar in unbegrenzter Menge für den Eigenbedarf mitbringen. Diese Lockerung wurde aber wieder zurückgenommen. Nach aktuellem Stand ist die Einfuhr kubanischer Zigarren in die USA vollständig untersagt, unabhängig davon, ob sie direkt auf Kuba oder in einem Drittland wie Mexiko oder Kanada gekauft wurden, und unabhängig von der Menge. Wer als US-Reisender kubanische Zigarren mit nach Hause nehmen will, sollte sich also nicht auf Informationen aus den 2010er-Jahren verlassen, die Regeln haben sich seitdem mehrfach geändert.
Noch was Wichtiges: Wenn ihr Zigarren Reisen nach Kuba plant, beachtet auch die Regelungen der USA. Seit Januar 2021 ist die Einreise in die USA dann mit dem vereinfachten ESTA-Verfahren nicht mehr möglich!
Reise-Humidor und Luftfeuchtigkeit im Flugzeug
Neben den Vorschriften ist die Luftfeuchtigkeit unterwegs das größte praktische Problem. Sowohl der Frachtraum eines Flugzeugs als auch klimatisierte Hotelzimmer sind meist deutlich trockener, als es Zigarren guttut. Ein stabiler, gepolsterter Reise-Humidor mit Boveda-Pack sorgt dafür, dass deine Zigarren auch nach einem Langstreckenflug noch in Form sind. Wie du Boveda-Packs richtig auflädst, haben wir in einem eigenen Artikel Schritt für Schritt erklärt, das lohnt sich als Vorbereitung vor jeder größeren Reise.
Praktische Packliste für den Aficionado
- Zigarren im luftdichten Reise-Humidor mit Boveda-Pack, am liebsten im Handgepäck
- Günstigen Ersatz-Cutter fürs Handgepäck, den teuren im Aufgabegepäck verstauen
- Ein einfaches Einwegfeuerzeug mit weicher Flamme statt Torch-Lighter
- Kaufbelege für größere Mengen Zigarren, falls der Zoll nachfragt
- Vor jeder Reise kurz die aktuellen TSA-, FAA- und Zollregeln checken, denn Vorschriften ändern sich
Unser Fazit
Zigarren reisen zu lassen ist im Kern unkompliziert, das größte Risiko liegt beim Zubehör. Ein Torch-Feuerzeug hat im Gepäck nichts verloren, ein einfaches Einwegfeuerzeug dagegen schon. Beim Cutter entscheidet im Zweifel der Beamte vor Ort, deshalb ist das Aufgabegepäck die sicherere Wahl, besonders bei wertvollen Stücken. Und wer international unterwegs ist, sollte die Zollfreimengen im Blick behalten, vor allem bei kubanischen Zigarren und der Einreise in die USA, wo die Regeln sich in den letzten Jahren mehrfach geändert haben.
Häufig gestellte Fragen zum Reisen mit Zigarren
Zigarren selbst sind sowohl im Hand- als auch im Aufgabegepäck erlaubt, hier gibt es kaum Einschränkungen. Die eigentlichen Stolperfallen liegen beim Zubehör (Feuerzeug, Cutter) und beim Zoll, also den Reisefreimengen für die Einfuhr.
Ja, Zigarren selbst sind sowohl im Hand- als auch im Aufgabegepäck erlaubt. Das Handgepäck ist meist die bessere Wahl, weil Temperatur und Feuchtigkeit dort einfacher zu kontrollieren sind als im Frachtraum.
Nein. Torch-, Jet-Flame- oder Blue-Flame-Feuerzeuge sind sowohl im Handgepäck als auch im Aufgabegepäck komplett verboten. Ein einfaches Einwegfeuerzeug mit weicher Flamme ist im Handgepäck erlaubt.
Am sichersten ist das Aufgabegepäck. Grundsätzlich sind Cutter zwar auch im Handgepäck erlaubt, aber der Sicherheitsbeamte vor Ort entscheidet im Zweifel selbst, ob er den Gegenstand durchlässt.
Aus einem EU-Land sind es 200 Zigarren, aus einem Nicht-EU-Land 50 Zigarren, jeweils zollfrei. Wer mehr mitbringt, muss die Zigarren beim Zoll anmelden.
Nein. Die Freimenge gilt strikt pro Person und lässt sich nicht auf andere übertragen, auch nicht innerhalb einer Familie. Reist ihr zu zweit oder in einer Gruppe, müsst ihr die Zigarren entsprechend aufteilen und im Zweifel getrennt durch die Zollkontrolle gehen.
Nein. Aktuell ist die Einfuhr kubanischer Zigarren in die USA vollständig untersagt, unabhängig von der Menge und unabhängig davon, wo sie gekauft wurden. In der EU sind kubanische Zigarren dagegen völlig legal.
Wichtig!
Das ist keine Rechtsberatung, sondern unsere Recherche und unsere Erfahrung. Für die Ein- und Ausfuhr von Zigarren und Zubehör ist jeder selber verantwortlich.
