Zigarre rauchen für Einsteiger: Die ultimative Schritt-für-Schritt-Anleitung

Jeder Einsteiger stellt sich die Frage: Wie startet man als Anfänger mit einer Zigarre? Ist es kompliziert? Kann man etwas falsch machen? Schließlich möchte man sich nicht blamieren. Es ist einfach und wir zeigt euch, wie es geht.

Der BETTER TOGETHER Quick-Check für Einsteiger

PhaseWas wir empfehlenAbsolutes No-Go 
Zigarren-WahlMilde Dominikanerin / Nicaragua-BlendStarke Maduro für den allerersten Smoke
CuttenStraight-Cutter, V-Cutter, Punch, ZigarrenschereTaschenmesser, Haushaltsschere, Abbeißen
AnzündenJetflame (mit Abstand!), Softflame, ZedernholzBenzinfeuerzeug (Zippo / Zorro), Kerze
RauchenPaffen, Retrohale (durch die Nase ausblasen)Auf Lunge inhalieren
AbaschenNach 2-3 cm sanft am Aschenbecherrand abstreifenWildes Abklopfen
WeglegenZigarre einfach in die Ablage oder in den Aschenbecher legen, sie geht von alleine ausAusdrücken wie bei einer Zigarre

Vorbereitung: Die richtige Einsteiger-Zigarre für den Start

Der größte Fehler von Anfängern? Eine zu starke Zigarre. Wer direkt mit einer kräftigen Maduro startet, riskiert einen Nikotin-Schock.

Anfänger-Zigarre

Unsere Empfehlung für den Einstieg

Wählt als Einsteiger milde Zigarren aus der Dominikanischen Republik oder milde Nicaragua-Blends. Und lieber etwas dickere Zigarren (Ringmaß 48 bis 54) und längere Zigarren (ab Robusto). Die sind einfacher zu rauchen.

Unser wichtigster Rat: Geht für den ersten Kauf zu einem Fachhändler und lasst euch vor Ort beraten. Das macht am Anfang deutlich mehr Sinn, als die ersten Zigarren auf gut Glück online zu bestellen!

BETTER TOGETHER Tipps (Einige Empfehlungen für Zigarren)

Noch ein Tipp: Von häufig für Einsteiger empfohlenen zu milden Zigarren wie z.B. der Santa Damiana halten wir nichts. Eine Zigarre sollte auch einen (guten) Geschmack haben. Ist sie zu leicht, dann macht es keinen Spass und man wird eher enttäuscht. Gönnt euch als Einsteiger eine gute Zigarre. Sonst wisst ihr nicht, was ihr verpasst. Bei den Empfehlungen sind einige Zigarren dabei, die nicht mehr kosten, aber viel Geschmack haben (was im Übrigen nichts mit Stärke zu tun hat) und nicht nur Anfängern schmecken.

Anschneiden (“Cutten”)

Zigarre cutten für Anfänger

Handgerollte Premium-Zigarren sind in der Regel am Kopf (dem Ende, das in den Mund kommt) verschlossen. Dieser muss vor dem Rauchen geöffnet, also gecuttet, werden. Grundsätzlich gilt: Cutten ist so individuell wie das Rauchen selbst. Jeder entwickelt hier mit der Zeit seine ganz eigenen Vorlieben und Gewohnheiten. Ein echtes “Richtig oder Falsch” gibt es dabei kaum.

Nötiges Werkzeug

Nutzt am besten einen klassischen Cutter (Straight-Cutter oder Flachschneider), einen Punch (oft auch Round-Cutter oder auch Bohrer genannt), eine spezielle Zigarrenschere oder den mittlerweile extrem populären und weit verbreiteten V-Cutter (Kerbschneider). Normale Haushaltsscheren oder Taschenmesser sind tabu, da sie das feine Deckblatt zerstören. Für den Anfang und die ersten Zigarren reicht ein günstiger Cutter. Wenn man dabei bleiben möchte, lohnt es sich in einen guten Cutter zu investieren, der gerne Jahre hält.

Was ist die richtige Technik?

Beim Cutter oder der Schere schneidet ihr nur etwa 1 bis max. 2 Millimeter der Kappe (dem runden Deckblatt-Ende) ab. Schneidet ihr zu tief, ribbelt sich die Zigarre beim Rauchen auf. Beim Bohrer dreht ihr die Klinge sanft in die Mitte des Zigarrenkopfes hin und her und dreht sie dann wieder heraus. Nicht einfach drücken. Der V-Cutter zieht eine saubere Kerbe in den Zigarrenkopf, was oft für ein hervorragendes Zugverhalten sorgt.

Wichtige Ausnahme

Bei spitzen Zigarrenformaten (wie Belicosos oder Torpedos) stößt der Punch (Bohrer) an seine Grenzen. Diese Formate kann man nicht wirklich “bohren”. Hier greift ihr zwingend zum klassischen Cutter (oder ggf. auch zum V-Cutter, wobei auch das bei Masterblendern nicht gerne gesehen ist).

Anzünden (Toasten)

Zigarre anzünden (toasten) für Anfänger

Hier scheiden sich in der Zigarrenwelt manchmal die Geister bei der Wahl des perfekten Werkzeugs, aber die Grundregel bleibt: Eine Zigarre wird nicht wie eine Zigarette im Mund angezündet, während man hastig daran zieht. Sie wird erst entflammt (“getoastet”).

Feuerzeug

Am häufigsten und praktischsten ist das Jetflame (Sturmfeuerzeug), gerade outdoors. Da die Flamme hier extrem heiß und keineswegs “sanft” ist, ist ausreichend Abstand das Wichtigste! Alternativ nutzen Aficionados gerne (meist indoors) Softflame-Feuerzeuge, lange Streichhölzer oder stilecht einen Zedernholzspan. Das Anzünden dauert und ist ein Ritual. Niemals ein Benzinfeuerzeug nutzen, da die Benzindämpfe den Geschmack verfälschen können.

Wie geht das nun?

Haltet die Zigarre schräg über die Flamme. Nutzt ihr ein Jetflame, darf die Spitze der Flamme den Tabak nicht direkt berühren – die enorme Hitze darüber reicht völlig aus. Dreht die Zigarre langsam, bis das Fußende gleichmäßig glüht. Erst dann nehmt ihr die Zigarre in den Mund und zieht sanft, während ihr bei Bedarf noch einmal beim Ziehen minimal nachfeuert.

Rauchen: Paffen, nicht Inhalieren!

Nur Paffen

Zieht den Rauch in den Mundraum, lasst ihn dort kurz rotieren, und blast ihn langsam wieder aus. Zigarrenrauch hat in der Lunge nichts verloren. Und es wird euch nicht gut bekommen.

Die neue Dimension (Retrohale)

Wer den Genuss vertiefen möchte, kann den Rauch (oder einen Teil davon) beim Ausatmen durch die Nase ausblasen. Da wir über die Nase deutlich mehr Aromen aufnehmen als über den Gaumen, verleiht das dem Geschmack eine völlig neue Dimension. Das erfordert anfangs etwas Übung und ist stark von der Zigarre abhängig: Bei manchen Zigarren (z. B. aus Nicaragua) mit starker Pfefferschärfe kann das unangenehm oder fast unmöglich sein. Bei anderen Zigarren ist der Rauch hingegen herrlich sanft und hat eine cremige Textur. Hier gilt: Unbedingt ausprobieren und für sich selbst herausfinden!

Das Tempo

Hier gibt es keine dogmatischen Regeln, da jedes Zigarrenformat anders abbrennt. Findet euren eigenen, entspannten Rhythmus. Als grober Richtwert dienen ein Zug pro Minute. Bei manchen Zigarren auch öfter. Wichtig ist nur: Raucht ihr zu schnell und hastig, wird die Zigarre zu heiß und schmeckt bitter. Zigarrenrauchen ist Entschleunigung!

Abaschen

Oft ist Zigarrenasche sehr stabil und kühlt den Brand. Es gibt aber auch Zigarren, deren Asche leicht und bröselig ist. Ein erfahrener Raucher erkennt das (manchmal ist es trotzdem überraschend), ein Anfänger eher noch nicht. Um zu vermeiden, dass die Asche ungewollt abfällt, solltet ihr die Zigarre sicherheitshalber nach etwa 2 bis 3 Zentimetern abaschen. Ganz wichtig: Nicht wild abklopfen wie bei einer Zigarette! Rotiert die Zigarre stattdessen einfach sanft am Rand des Aschenbechers, dann fällt die Asche von alleine ab.

Das Ende: Wann ist die Zigarre fertig?

Zigarre ablegen für Anfänger

Raucht die Zigarre so lange, wie sie euch schmeckt. Meistens ist das im letzten Drittel (hinter dem sogenannten Zigarrenring) der Fall. Wenn der Rauch heißer und bitterer wird, dann beendet den Smoke.

Wichtig: Eine Zigarre wird am Ende nicht ausgedrückt. Legt sie einfach in den Aschenbecher, sie geht nach wenigen Minuten von ganz alleine und in Würde aus. Drückt ihr die Zigarre aus, gibt es jede Menge unangenehmen Qualm und das stört nicht nur euch, sondern auch alle andren drumherum.

BETTER TOGETHER Pairing-Tipp für Anfänger

Zigarren Pairing für Anfänger

Eine gute Zigarre ist nur die halbe Miete. Das richtige Getränk rundet das Erlebnis ab. Für den Start raten wir von hochprozentigem Cask Strength Whisky ab, da dieser die milden Aromen einer Einsteiger-Zigarre überdeckt.

Unsere Empfehlung: Startet am Anfang mit etwas süßem, das passt eigentlich immer zur Zigarre. Ein guter Rum ist eigentlich immer ein guter Pairing Partner. Ein süßer Softdrink wie Coca Cola geht auch immer. Dr. Pepper wird von vielen Aficionados auch gerne genommen, aber hier gibt es auch andere Meinungen. Probiert es alles aus. es ist so spannend.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Zigarrenrauchen für Einsteiger

Warum darf man Zigarrenrauch nicht inhalieren?

Zigarrentabak ist viel intensiver fermentiert und der Rauch ist basischer und schwerer als der von Zigaretten. Die Nikotinaufnahme erfolgt bei einer Zigarre komplett über die Mundschleimhaut. Wer den Rauch auf Lunge inhaliert, riskiert starke Reizungen der Atemwege, Hustenkrämpfe und eine akute Nikotinüberdosierung (Nikotinschock), die sich durch Übelkeit und Schwindel äußert.

Wie lange raucht man an einer Zigarre?

Das hängt ganz vom gewählten Format ab. Eine klassische, dickere Robusto bietet etwa 45 bis 60 Minuten Rauchgenuss. Kleinere Formate wie eine Petit Coronado schafft man in rund 30 Minuten, während große Formate wie eine Churchill oder Double Corona problemlos 1,5 via 2 Stunden pure Entspannung bieten können.

Was tun, wenn die Zigarre ausgeht?

Das ist überhaupt kein Problem und passiert selbst Profis. Streift die kalte Asche vorsichtig am Aschenbecherrand ab, blast einmal kurz und sanft von hinten durch die Zigarre (um alte Rauchgase zu entfernen) und zündet sie dann einfach wie gewohnt neu an. Solange die Zigarre noch nicht komplett ausgekühlt ist, leidet der Geschmack darunter kaum.