Eine gute Zigarre verdient einen guten Start. Gerade Einsteiger unterschätzen oft, wie wichtig das richtige Anzünden für Geschmack, Zugverhalten und ein gleichmäßiges Abbrennen ist. Dabei ist es gar nicht kompliziert. Mit ein paar einfachen Handgriffen gelingt der perfekte Start. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Zigarre richtig anzündest und welche Fehler du dabei vermeiden solltest.
Das Wichtigste zuerst:
Eine Zigarre wird nicht wie eine Zigarette angezündet. Wer den Zigarrenfuß direkt in die Flamme hält, riskiert einen bitteren und unausgewogenen Start. Durch die starke Hitze können die feinen Aromen des Tabaks beeinträchtigt werden. Stattdessen wird der Zigarrenfuß zunächst langsam und gleichmäßig erwärmt. Dieser Schritt wird als „Toasten“ bezeichnet und sorgt dafür, dass die Zigarre sauber entzündet wird und von Anfang an ihr volles Aroma entfalten kann.
Jet-Flame vs. Soft-Flame vs. Streichholz: Der große Vergleich
Jedes Feuerzeug hat ihre Daseinsberechtigung. Welches Werkzeug für welchen Einsatz das beste ist, zeigt unsere Übersicht:
| Hitzequelle | Windfestigkeit | Verbrennungsgefahr | Ideal für… | Die ungeschminkte Wahrheit |
|---|---|---|---|---|
| Jet-Flame / Torch (Sturmfeuerzeug) | Extrem hoch | Hoch | Outdoor, windige Terrassen & dicke Formate | Brutale Power. Man braucht viel Abstand, um den Tabak nicht zu verkohlen. Aber sehr universell. |
| Soft-Flame / Gas (Klassische Flamme) | Gering | Gering (innen) Hoch (draussen) | Stilvolle Lounges & feine, dünne Zigarren | Sehr schonend für das Aroma, aber bei Wind eher unbrauchbar, da Flamme entweder ausgeht oder das Deckblatt ankokelt. |
| Zigarren-Streichhölzer (Extra lang) | Sehr gering | Gering | Traditionelle Methode, sehr bewusstes Anzünden | Nostalgisch und aroma-neutral (sofern man wartet, bis der Schwefelkopf komplett abgebrannt ist) |
| Zedernholzspan | Sehr gering | Gering | Das traditionelle Ritual in Innenräumen | Nostalgisch und aroma-neutral. |
| Benzin-Feuerzeug (Zippo oder Zorro) | Extrem hoch | Gering (innen) Hoch (draussen) | alles außer Zigarren 😀 | Benzindämpfe sind der Feind der Zigarren, nicht nutzen |
Für das Anzünden einer Zigarre verwenden wir am liebsten Jetflame und Softflame Feuerzeuge. Beide Varianten sind zuverlässig, einfach in der Handhabung und machen das Anzünden besonders komfortabel. Gute Feuerzeuge gibt es dabei in ganz unterschiedlichen Preisklassen. Ein zuverlässiges Modell muss also nicht zwangsläufig teuer sein. Wenn du auf der Suche nach einem preiswerten und empfehlenswerten Jetflame Feuerzeug bist, findest du hier unsere Auswahl der besten günstigen Modelle.
Die 4-Schritt-Anleitung: So zündet ihr eure Zigarre richtig an
Das Anzünden einer Zigarre ist Teil des Genusses. Nehmt euch 1-2 Minuten Zeit und macht daraus euer persönliches Ritual. Eine sauber angezündete Zigarre brennt gleichmäßiger und entfaltet ihr Aroma von Anfang an.
Schritt 1: Den Zigarrenfuß toasten
Haltet den Zigarrenfuß in einem Winkel von etwa 45 Grad über die Flamme. Der Tabak sollte die Flamme möglichst nicht direkt berühren. Nutzt stattdessen die aufsteigende Hitze. Dreht die Zigarre langsam um die eigene Achse, damit der gesamte Rand gleichmäßig erwärmt wird.
Schritt 2: Das Glutbett aufbauen
Toastet den Zigarrenfuß weiter, bis sich über den gesamten Durchmesser ein gleichmäßiges Glutbett gebildet hat. Lasst euch dabei Zeit. Je sauberer dieser Schritt gelingt, desto gerader und gleichmäßiger wird die Zigarre später abbrennen.
Schritt 3: Die Glut kontrollieren
Pustet vorsichtig auf den Zigarrenfuß oder “wedelt” die Zigarre mit einer kleinen kreisenden Bewegung durch die Luft. Beides versorgt die Glut mit Sauerstoff und zeigt sofort, ob der gesamte Querschnitt gleichmäßig rot aufleuchtet. Bleiben dunkle Stellen zurück, toastet diese gezielt noch einmal nach.
In den meisten Fällen ist die Zigarre jetzt bereits perfekt angezündet.
Schritt 4: Nur wenn nötig nachhelfen (OPTIONAL)
Glimmen einzelne Bereiche dennoch nicht vollständig, nehmt die Zigarre zwischen die Lippen und macht ein bis zwei kurze, sanfte Züge, während ihr den Zigarrenfuß weiter toastet. Den Rauch dabei nicht inhalieren, sondern lediglich in den Mundraum ziehen. Sobald der Zigarrenfuß gleichmäßig glüht, kann der Genuss beginnen.
Die 3 größten Fehler beim Zigarre anzünden
- Fehler 1: Benzinfeuerzeuge (z. B. Zippo) nutzen
Ein absolutes Tabu im Zigarren-Universum! Die Benzindämpfe eines klassischen Zippos ziehen sofort in die Zigarre ein. Euer Premium-Smoke schmeckt danach nach Tankstelle. Es gibt auch Berichte von Aficionados, die das probiert haben und sagen, es würde nichts ausmachen. Wollt ihr wirklich das Risiko eingehen? Wer den Look des Zippos liebt, für den gibt es auch gute Original-Zippo-Butan-Einsätze mit Single oder Double-Torch und sogar mit Softflame. Man muss also nicht auf das Zippo an sich verzichten, nur auf den Benzineinsatz. - Fehler 2: Zu nah an die Jet-Flame gehen
Die blaue Flamme eines Jet-Feuerzeugs ist fast unsichtbar, hat aber Temperaturen von weit über 1.000 °C. Wer zu nah rangeht, verbrennt den Tabak bis ins innere der Zigarre hinein. Die Zigarre wird extrem heiß und schmeckt sofort bitter. Haltet mindestens 3 bis 5 Zentimeter Abstand zur sichtbaren Flammenspitze. Ihr werdet sehen, dass die Zigarre trotzdem anfängt zu glühen. Und genau dieser Abstand ist genau der Richtige. - Fehler 3: Das Streichholz zu früh nutzen
Wenn ihr Streichhölzer nutzt, wartet zwingend ab, bis der Kopf (der Schwefel oder andere Chemikalien für die Zündung enthält) komplett abgebrannt ist und nur noch das reine Holz brennt. Wer die Zigarre gleich in die erste “chemische” Flamme hält, raucht den Schwefelgeschmack mit. Für Zigarren gibt es zudem auch längere Zigarrenstreichhölzer. Oft bekommt ihr die im Geschäft mit Eurem Kauf mit. Mit kurzen (normalen) Streichhölzern ist das Anzünden einer Zigarre eine Qual.
Häufige Fragen zum Thema Zigarren richtig entzünden
Ein Jet-Flame-Feuerzeug bündelt das Gas unter hohem Druck zu einer spitzen, extrem heißen und windfesten Flamme, ideal für draußen und dicke Ringmaße. Ein Soft-Flame-Feuerzeug liefert eine weiche, breitere Flamme, die deutlich kühler brennt. Sie ist aromaschonender für den Tabak, aber extrem windanfällig.
Das liegt fast immer daran, dass die Zigarre beim Anzünden „überhitzt“ wurde. Wenn die Flamme den Tabak direkt verbrennt statt ihn nur zu toasten, entstehen dieser bittere Geschmack. Lasst die Zigarre in diesem Fall kurz für 1-2 Minuten ruhen, ascht vorsichtig ab und blast einmal sanft durch die Zigarre nach außen (degasieren), um den bitteren Rauch zu entfernen.
Nein! Kerzenwachs (Stearin/Paraffin) verströmt massive Fremdaromen, die den Geschmack unwiderruflich ruinieren. Ähnlich wie bei einem Benzinfeuerzeug. Außerdem rußen Kerzen. Nutzt ausschließlich Feuerzeuge mit (Butan-)Gas, spezielle Zigarren-Streichhölzer oder echte Zedernholzspäne.
Eine Zigarre wird immer am sogenannten Fußende angezündet. Das ist das offene Ende der Zigarre, an dem der Tabak sichtbar ist und die Glut aufgebaut wird. Das andere Ende, das Kopfende, bleibt unangetastet und wird vor dem Rauchen lediglich angeschnitten, damit der Rauch durch die Zigarre gezogen werden kann.
Das hängt davon ab, wie lange die Zigarre erloschen ist. Geht eine Zigarre während des Rauchens aus und wird nach wenigen Minuten wieder angezündet, ist das in der Regel kein Problem. Ist sie jedoch längere Zeit ausgegangen und vollständig abgekühlt, verändern sich die Aromen und sie schmeckt nicht mehr. Eine lange ausgegangene und kalte Zigarre kann man dann mit Genuss nicht mehr rauchen.
